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Zugriffsgeschwindigkeit: Lohnt sich der Kauf von Sata III Festplatten?

| 2. August 2015 | 2 Kommentare

Sata III Turbo GeschwindigkeitGeht man nach der Norm, dann ist der Unterschied von Sata II zu Sata III in der Datentransferrate ( 3GB zu 6GB) von Festplatten schon beträchtlich.

Aber wie immer bei solchen Angaben, ist dies zunächst einmal ein Maximalwert, reine Theorie.

Es stellte sich für mich die Frage, ob eine Geschwindigkeitssteigerung in diesem Ausmaße wirklich zu beobachten ist.

Ausgangsproblem

Der Grund für meinen Praxistest war, dass ich mehrere Datenfestplatten mit einer Speicherkapazität von 2 TB habe. Eine Halbierung der Sicherungszeit von 8 Std auf 4 Std allein durch den Einsatz von Sata III Festplatten wäre deshalb mehr als willkommen.

Sata II vs. Sata III

Zur Klärung der Frage, ob ich nun alle meine Sata II Festplatten ausrangieren und neue Festplatten mit Sata III kaufen muss, habe ich mir eine 2 TerraByte Sata III Festplatte (Seagate Barracuda) gekauft, die nun gegen meine bisherige 2TB Sata II Festplatte (Samsung HD204UI) antreten musste.

Optimierung der Anschlussart

Bei welcher Anschlussart für die Sicherungsfestplatten würde ich die besten Datenübertragungsraten? Sicher beim Anschluß über die internen Sata III Controller im Computergehäuse. Nun möchte ich aber für die Wochen- und Monatssicherungen nicht jedes Mal das Computergehäuse aufschrauben und die Festplatten auswechseln. Was wäre also die zweitbeste, aber  flexiblere Anschlussart? Wie hoch wäre hierbei der Performanceverlust gegenüber den Einfbau in einen Computer?

Weitere Testhardware

Mir standen für den Test folgende Anschlussmöglichkeiten zur Verfügung:

  • Mainboard ASRock Fatal1ty P67 PRO:
    • 4x Sata II
    • 6x Sata III
    • 2x eSata
    • 6x USB 3.0
    • 4x USB 2.0
  • Einsatz zweier externer Docking Stationen
    • Sharkoon Sata Quickport PRO, 4044951008209:  USB 2.0 und eSata Anschluss
    • Sharkoon Sata Quickport XT, 4044951014057: USB 3.0 Anschluss
  • Verwendung eines Hot-Plugin Einschubs beim Computergehäuse, ausgewiesen für Sata II Festplatten,  der mit einem der internen Sata III Controller Anschlüsse verbunden ist

Testergebnisse

Um für die eiligen Leser das Ergebnis meines Praxistests kurz zusammenzufassen:

Wichtig ist die Anschlussart

Die Umstellung von Sata II auf Sata III lohnt sich kaum. Was bei den Zugriffsgeschwindigkeiten vielmehr ausschlaggebend ist, ist die Anschlußart, ob die Festplatte über USB 2.0 / USB 3.0 / eSata oder die internen Mainboard-Controller angeschlossen wurde.

 

pkh-sata-benchmark

 

 

Auswertung der Ergebnisse / Erkenntnisse:

Samsung Sata II Festplatte – Zeiten für Schreibvorgänge

pkh-sata-benchmark-cacheBei fast allen Anschlussarten kann man sehen, dass es ab dem zweiten Schreibzugriff auf die Festplatte zu einem Performanceschub von ca. 20 % gekommen ist. Dies liegt sicherlich am Cache der Festplatte.  Bemerkenswert ist dabei allerdings, dass die Werte für den Schreibvorgang damit in der Regel über den Werten der Sata III Festplatte lagen.


Sata II vs. Sata III Festplatte

pkh-sata-benchmark-iiiEs gibt keine mir bekannte, identische Festplatte, die es einmal in einer Sata II und ein anderes Mal in einer Sata III Ausführung gibt.  Deshalb müssen wir beim Vergleich von Sata II zu Sata III auf verschiedene Festplatten verwenden. Diese Festplatten können sich natürlich bei Ihren inneren Werten unterscheiden (Zugriffszeiten 7200 rpm bzw. 5900 rpm,  oder Cache 8 MB bzw. 64 MB), so dass  die folgende Aussage nur auf die von mir verwendeten Festplatten gilt:

Ob es sich bei der Festplatte um eine Sata II oder Sata III Festplatte handelte, spielte überhaupt keine Rolle bei der Zugriffsgeschwindigkeiten!


 Sata II Controller vs. Sata III Controller

pkh-sata-benchmark-kuriosWie man beim Betrachten der Werte von Szenario 1 und 2 sehen kann, sind die Zugriffswerte bei der Sata III Festplatte ziemlich identisch.

Beim Anschluss der Sata III Festplatte über den Sata II Controller erhält man sogar schnellere Schreibgeschwindigkeiten als beim Anschluss über den Sata III Controller! Das mag an dem verwendeten Controllerchip auf dem Mainboard liegen. Ist aber schon kurios.


Sharkoon Sata II Quickport mit  USB 2.0 oder eSata

pkh-sata-benchmark-esataDas etwas ältere Modell des Sharkoon Quickports liefert bei dem Anschluss des Geräts über die USB 2.0 Schnittstelle wirklich abgrundtiefe, langsame Werte.  Über eine USB 2.0 Buchse sollte man auf keinen Fall eine externe Festplatte betreiben.

Dennoch wäre dank der eSata Schnittstelle kein Neukauf erforderlich. Die Transferraten beim Anschluss über den eSata Ausgang liegen nur ca. 10 % niedriger als bei dem neueren USB 3.0 Quickport Gerät.


USB 2.0 ist der Performancekiller

pkh-sata-benchmark-usb-2Das Szenario 5 zeigt, was wäre, wenn man einen künstlichen Flaschenhals mit USB 2.0 schafft. Der externe Quickport liefert die Daten über einen USB 3.0 Ausgang.
Wenn man jedoch das Anschlusskabel anstatt in eine USB 3.0 Buchse in eine USB 2.0 Buchse am Computer steckt, dann hat dies einen drastischen Einbruch der Transferrate zur Folge.






Mein Fazit:

  1. Mainboard
    Das Mainboard sollte eine ausreichende Anzahl von Sata-Anschlüssen haben, am Besten gleich Sata III.
  2. Intern (fix) oder externer Anschluss
    Der Anschluss von Sicherungsplatten intern, im Computergehäuse ist bzgl. der Performanceoptimierung nicht erforderlich. Negativ beim internen Anschluss der Festplatten, dass diese, obwohl nur sehr sporatisch eingesetzt, ständig unter Strom gesetzt sind und wenn auch nur minimal Wärme und Geräusche erzeugt wird. Alles unnötig bei nur sporadischem Einsatz
  3. USB 3.0 oder Intern (über Hot-Plugin-Einschub)
    Meine Empfehlung hier hängt vom Einsatz her ab. Von den Transfergeschwindigkeiten, den Anschaffungskosten und der einfachen Austauschbarkeit der Festplatten schneiden beide Lösungen gleich gut ab. Der Unterschied liegt beim Erkennungszeitpunkt der Festplatte.

    Quickport
    Bei der Quickport-Lösung mit Anschluss über die USB 3.0 Schnittstelle, wird die Festplatte erst beim Einstecken erkannt und ihr ein freier Laufwerksbuchstabe zugewiesen. Dadurch  vermeidet man viele Laufwerks-Buchstaben-Zuweisungskonflikte, welche sehr nervig sein können. Negativ hierbei ist, dass die Festplatte beim Hochfahren des Computers nicht zur Verfügung steht und eingebunden werden kann. Das erschwert die Prüfung der Sicherungskopie und kann bei der Sicherung von Dual-Boot Systemen (Windows + Linux) ein Problem sein.

    Hot-Plugin-Einschub

    Anders als beim Quickport hat man hier kein zusätzliches Netzteil, keine zusätzliche Verkabelung, kein „Rumstehen“ der Hardware, wenn diese nicht benötigt wird.  Wenn man sich einen Einschub mit Ein-Ausschalter gekauft hat, was empfehlenswert ist, dann steht die Festplatte nur im Einsatzfall unter Strom, das ist stromkostensparend und tut der Geräuschkulisse gut. Im allgemeinen lassen sich die eingelegten Festplatten schnell herausnehmen und austauschen, ohne dass diese im Einschub festgeschraub werden müssten. Die Festplatten werden schon beim Hochfahren erkannt und im Bootmenü ausgewiesen, das hat als Konsequenz, dass man eine eben erstellte Eins-zu-Eins Vollsicherung sehr bequem testen kann, nur durch Umstellung der Bootreihenfolge.
    Der Nachteil der frühen Einbindung als Sata-Laufwerk ist, dass Windows bei der Vergabe der Laufwerksbuchstaben einem Algorithmus folgt, d.h. Windows geht die Controller nacheinander durch und berücksichtigt dann bei der Laufwerksbuchstabenvergabe vorrangig die primären Partitions. Dadurch kann (muss aber nicht) die Laufwerksbuchstabenvergabereihenfolge Probleme hervorrufen.

 

Links

Benchmark Programm: AS SSD Benchmark


Bild: SATA III Turbo © M. Roos und ClkerFreeVectorImages-pixabay.com

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Kategorie: Allgemein

Kommentare (2)

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  1. Volker sagt:

    Super Ausarbeitung, vielen Dank.
    Da kann man sich wohl mit älteren Rechnern mit SATA 2
    die neuen SATA 3 Platten sparen. Ob es nun 110 MB pro Sekunden oder 125 sind ist dann auch egal. Hängt ja wohl auch davon ab welche Dateien kopiert werden muessen, wenn es viele kleine Dateien sind schafft man die Geschwindigkeit sowieso nicht.!!

    • Manfred Roos Manfred Roos sagt:

      Hallo Volker,

      mit „viele kleine Dateien kopieren“ spricht Du einen guten Punkt an.

      Die Benchmark-Testprogramme verwenden zur Ermittlung der Schreib-/Lesegeschwindigkeit jeweils ihre eigenen Dateien. Das ermöglicht eine bessere Vergleichbarkeit der Festplatten und Anschlüsse. Aber welche Geschwindigkeiten man in der Praxis wirklich erzielt, hängt natürlich auch stark von der verwendeten Software, der jeweiligen Größe und Anzahl der Dateien ab. Da kann ich Dir nur voll zustimmen.
      Eine große Anzahl von kleinen Programmen bremst einen Backupvorgang nicht unerheblich aus, es sei denn, dass man nicht die Dateien einzeln kopiert, sondern ein Backup einer ganzen Partition macht, bei dem nicht Datei für Datei, sondern Sektor für Sektor kopiert wird.

      Der Artikel hatte ja den Fokus auf die Geschwindigkeit bei einem Backup gelegt. Noch viel wichtiger ist natürlich aber die absolute Zuverlässigkeit des Backups. Das ist zwar ein anderes Thema, aber meines Erachtens geht Genauigkeit über Schnelligkeit beim Backup. Was nützt mir ein schnelles Backup, wenn die verwendete Software bei vielen kleinen Dateien sich gerne auch mal verschluckt und manche kleine Dateien nicht richtig kopiert wurden.

      Welchem Administrator fällt bei einer 2 TerraByte Festplatte auf, dass hier in zwei Verzeichnissen die kleinen Dateien mit 0 Byte angelegt wurden! (Habe ich leidvoller Weise schon erlebt. Danach habe ich das Kopierprogramm gewechselt, aber das Kind war schon in den Brunnen gefallen und die Daten nur mit sehr großem Aufwand zu rekonstruieren).

      Oder, was auch sehr gerne beim Backup auftritt (schiefgeht), sind Kopierfehler, wenn der Verzeichnispfad zu lang war 🙁

      @Volker: Vielen Dank für Deinen Kommentar

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