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Virtualbox Festplatte vergrößern

| 27. Juni 2012 | 21 Kommentare

Windows als Gastbetriebssystem

Wenn man Windows als Gastbetriebssystem in einer virtuellen Maschine laufen lassen möchte, dann benötigt man pro virtuelle Machine eine Lizenz von Microsoft. Leider muss man allzuoft feststellen, dass man die Festplatte für die virtuelle Maschine zu klein eingerichtet hat. Dafür kann es verschiedene Gründe geben:

  1. Erstinstallation: Man hat den Speicherhunger von Windows 7 unterschätzt. Während sich das Microsoft Betriebssystem sich bei Windows XP noch mit ca. 2 GB Festplattenplatz begnügt hat, schlug Vista schon mit 8-10 GB zu und Windows 7 belegt schnell mal an die 10-12 GB.
  2. Systemupdate: Natürlich möchte man ein aktuelles Betriebssystem haben und es macht Sinn, die Windows-Update Funktion zu nutzen, um Sicherheitslücken zu stopfen. Aber diese Systempflege gibt es nicht umsonst. Leider blähen die Updates das Betriebssystem immer weiter auf. Trotz Systembereinigung und dem Löschen der Wiederherstellungspunkte nach dem Einspielen der Updates, muß man beobachten, dass der durch das Betriebssystem belegte Speicherplatz immer weiter anwächst.
  3. Evolution: Am Anfang hatte die virtuelle Maschine einen klare Aufgabe. Für diesen Zweck wurde die Größe der virtuellen Festplatte festgelegt.  Im Laufe der Zeit wurde dann aber immer mal wieder das eine oder andere nützliche, noch fehlende Programm in der virtuellen Maschine nachinstalliert und schon bald stößt man an die Grenzen des verfügbaren virtuellen Speicherfestplatte.

Lizenzproblematik

Wenn man das Gastbetriebssystem gerade erst als virtuelle Maschine eingerichtet und Windows noch nicht aktiviert hat, dann heißt es nur zurück auf den Anfang, beim zweiten Anlauf (Installation) geht alles schneller. Wenn man allerdings schon die Windows-Lizenz aktiviert hat, dann kann es beim Aktivierungsprozess auch schon mal zu einer Nachfrage kommen.  Für Microsoft ist dies zunächst einmal eine zweite Installation des Betriebssystems mit dem gleichen Lizenzschlüssel. Dass man die alte Installation gelöscht hat, weil zu klein, kann Microsoft ja nicht wissen 🙂 .

Tipp: Man sollte den zugestandenen Aktivierungszeitraum von 3 bis 30 Tage nutzen und Windows erst dann aktivieren, wenn man sicher ist, dass die virtuelle Maschine richtig und vollständig aufgesetzt ist. Was aber, wenn die Aktivierung schon erfolgt oder die virtuelle Festplatte mit der Zeit erst vollgelaufen ist und man nicht den ganzen Zeitaufwand für die erneute Installation aller Programme hat.  

Problem: Virtuelle Festplatte vergrößern

Es finden sich im Internet viele Meinungen dazu.

Falsch: Manche schreiben, es ginge gar nicht.  Diese Aussage ist falsch. Umständlich: Viele gehen meines Erachtens recht umständliche Wege (z.B. System-Totalsicherung erstellen, Boot-DVD erstellen, …). Machbar ja, führt zum Ziel, aber wie gesagt recht umständlich. Richtig:Glücklicherweise gibt es aber auch den einen oder anderen Verweis auf den Commandline Befehlssatz von Virtualbox mit dem sich diese Aufgabe (Festplatte vergrößern) recht elegant lösen läßt.  

Lösung:

Schritt 1: Backup der vorhandenen virtuellen Maschine anlegen. (Nicht dass wir diese später noch bräuchten, aber für alle Fälle, sicher ist sicher.)

Schritt 2 (Optional):Systemumgebungsvariable VIRTUALBOX anlegen und die Systemumgebungsvariable PATH erweitern

Schritt 3: Windows 7 Powershell (DOS-Fenster) öffnen und den folgenden Befehl absetzen:              VBoxManage modifyhd NameDerVirtuellenMaschine.vdi  –resize 50000  

Anmerkungen

  • Wenn man den optionalen Schritt 2 nicht ausgeführt hat, dann muss man vor VBoxMange noch den Pfad angeben, in den man das Programm VirtualBox installiert hat, also z.B.C:\prg\Oracle\VirtualBox\VBoxManage modifyhd NameDerVirtuellenMaschine.vdi  –resize 50000 (Anmerk.: Bei einer DOS-Box darf kein Leerzeichen im Pfadnamen stehen, also z.B. Program…Files. In diesem Fall ist wie oben erwähnt die Umgebungsvariable PATH zu verändern. Siehe auch das Video)
  • 50000 ergäbe hier eine neue Festplattengröße von 50 GB. Eine Verkleinerung der Festplatte ist nicht möglich.
  • Der modifyhd Befehl funktioniert nur bei Festplatten im *vdi Format und nicht bei Festplatten im *.vmdk Format, welches z.B. von Vmware verwendet wird.
  • Der resize Befehl soll nur bei Festplatten funktionieren, die ursprünglich als dynamisch wachsend generiert wurden. (Habe ich nicht verifiziert)
  • Wenn man eine Festplatte im  *.vmdk Format vorliegen hat.  Dann sollte man die *.vmdk-Festplatte entweder erst über Vmware vergrößern und dann wieder in VirtualBox einbinden oder über den Virtualbox Commandline Befehl clonehddie *.vmdk Festplatte in eine *.vdi Festplatte konvertieren.  VBoxManage clonehd –format vdi UUID neuerPfad\hd50GB.vdi Für UUID ist die von Virtualbox vergebene Festplatten-ID einzusetzen, diese findet sich in der *.vmdk Datei, z.B.ddb.uuid.image=“7894f2c-3b19-44bc-a66a-d3eed342777df“
  • Achtung bei der Angabe der Parameter. Bei „–resize“ handelt es sich um zwei (!) Bindestriche hintereinander. Geschreiben sieht das in einem Artikel oft wie nur ein Bindestrich aus.

 

————–

Einfach nur eine *.vmdk Datenbank  vergrößern:

Nachtrag

Da der Blogartikel nun doch schon vor geraumer Zeit erstellt wurde, habe ich heute, 7. Dezember 2016, die vboxmanage-Befehle geprüft. Sie funktionieren noch (Virtualbox Version 5.1.2).

 

 

 Links

VirtualBox Manual – Chapter 8: VBoxManage

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Stichworte:

Kategorie: Programme, Programmierung

Kommentare (21)

Trackback-URL | Kommentarfeed

  1. mkrueger sagt:

    „Eine Verkleinerung der Festplatte ist nicht möglich.“

    Schau mal auf die Seite

    https://forums.virtualbox.org/viewtopic.php?f=6&t=22422

    Dort gibt es ein Windows-Programm Namens „CloneVDI tool“.

    https://forums.virtualbox.org/download/file.php?id=4671

    Bei mir hat das – und zwar deutlich – die „.vdi“ verkleinert. Die Windows-Partition habe ich vorher mit „mydefrag“

    http://www.mydefrag.com/Downloads/Download.php?File=MyDefrag-v4.3.1.exe

    defragmentiert.

    Liebe Grüße
    mkrueger

  2. Stephan T. sagt:

    Ich habe win 7 installier und in der Box befindet sich win XP. der Speicher wurde von mir zu klein gewählt und habe versucht das so wie oben angegeben zu lösen aber es geht nicht. ich habe leider zu wenig ahnung um zu wissen was ich falsch mache. was muß ich schritt für schritt machen wenn ich das schwarze eingabefenster öffne. ich öffne das fenster unter win 7 und die BOX muss geschlossen sein wenn ich mich nicht irre. Installiert habe ich unter D:\Program Files\Oracle\Virtualbox. was muss ich machen? muss ich auf groß/klein schreibung achten? oder was mache ich falsch? bei mir kommt immer das der Befehl nicht bekannt sei oder ich falsch geschrieben hätte. über hilfe würde ich mich freuen

  3. Christopher sagt:

    Hi Manfred,

    danke für deine Anleitung!

    Ich habe es genau so gemacht, jedoch habe ich folgendes Problem:

    In der Übersicht in Virtualbox wird die Festplatte mit 50 GB (vorher 20 GB) angezeigt. Starte ich das Gastsystem (Win7), erkennt dies Windows aber nicht und nutzt immer noch nur 20 GB.
    Was habe ich falsch gemacht?

    LG
    Christopher

    • Manfred Roos Manfred sagt:

      Hallo Christopher,

      >> In der Übersicht in Virtualbox wird die Festplatte mit 50 GB (vorher 20 GB) angezeigt.
      Das hört sich doch gut an, dann bist Du nur noch einen Schritt vom Ziel entfernt.

      >> Gastsystem (Win7), erkennt dies Windows aber nicht und nutzt immer noch nur 20 GB.
      Du musst noch in Windows7 deine Laufwerksgröße verändern.

      Hierzu ruft Du unter Windows7 das Programm zur Computerverwaltung auf
      Start/Systemsteuerung/System und Sicherheit/Verwaltung/Computerverwaltung

      Dann im linken Menübaum den Punkt
      Datenträgerverwaltung
      anklicken.
      Dann ein Rechtsklick auf das Laufwerk, welches Du vergrößern möchtest und den Punkt
      Volume erweitern …
      auswählen.

      Computerverwaltung

      Das war’s.

      Grüße
      Manfred

      • Christopher sagt:

        Hi Manfred,

        vielen Dank! Ich werde es so tun.
        @mathias: Nein, ich habe openSUSE als Host und Win7 als Gast.

        Grüße
        Christopher

        • Christopher sagt:

          Nochmal ich.
          Die Option „Volumen erweitern…“ ist ausgegraut. Vielleicht liegt das daran, dass ich die Platte mal komprimiert habe? Ich mache das jetzt mal rückgängig und versuche es nochmal.

          Grüße
          Christopher

          • Christopher sagt:

            Hi Manfred,

            so, ich habe die Komprimierung der Festplatte rückgängig gemacht bzw. einen Snapshot vor der Komprimierung ausgewählt. Leider steht mir nur die Option „Volume verkleinern“ zur Auswahl.
            Woran kann das liegen?

            Herzliche Grüße
            Christopher

  4. mathias sagt:

    Hallo Manfred,
    hat Christopher nicht win7 als hostsystem und xp als gastsystem. Ich habe genau das gleiche Problem aber eben win7 als host und in der box xp. In deinen beitrag oben, muss das jetzt im hostsystem win7 oder in der box xp geändert werden?
    Gruss Mathias

    • Manfred Roos Manfred sagt:

      Hallo Mathias,

      * die Größe der Festplatten, die dem Hostsystem zur Verfügung steht, wurde geändert (vergrößert), also muss Windows im Hostsystem mitgeteilt werden, dass es mehr Speicherplatz für die Festplatte einrichten kann.
      Wenn z.B. zuvor 20 GB für das Laufwerk C:\ zur Verfügung standen und die Festplatte auf 50 GB erweitert wurde, dann stehen direkt nach der Festplattenvergrößerung immer noch 20GB für C:\ zur Verfügung, aber es gibt jetzt 30GB, die noch unzugeordnet/unformatiert/frei verfügbar hinzugekommen sind. Durch das „Volume erweitern …“ kann dieser noch nicht zugeordnete, frei Speicherplatz dann dem Laufwerk C:\ oder einem neuen Laufwerk im Hostsystem zugewiesen werden.

      * Den Adminstrationspunkt
      Computerverwaltung/Datenträgerverwaltung/Volume erweitern …
      gibt es bei XP und bei Win7, insofern spielt es keine Rolle, was ihr als Hostsystem habt.

      Gruß
      Manfred

  5. Ein anderer Christopher sagt:

    Hallo Manfred,
    ich habe ein Ubuntu Gastsystem auf einem Windows 7 Host und gerade erfolgreich die Festplatte vergrößert. Allerdings zeigt sich das wie bei Christopher nur im Virtualbox Manager und nicht im Gastsystem selbst. Weißt du wie ich das lösen kann?
    Schönen Gruß, Christopher

  6. Christopher sagt:

    Hi Manfred,

    ich bin der erste Christopher…

    Wie in einem der letzten Posts von mir geschrieben, kann ich in Win7 nicht die Option „Volumen vergrößern“ auswählen, da kein freier Speicherplatz angezeigt wird, obwohl in Virtualbox es korrekt auf 80 GB angezeigt wird.
    Woran kann das liegen, eine Idee?

    Viele Grüße
    Christopher

    • Manfred Roos Manfred sagt:

      Hallo Christopher,

      >> … Woran kann das liegen, eine Idee?

      Bei mir funktioniert die Vergrößerung (wie beschrieben) ohne Probleme und es ist schwer, die Fehlerursache auf einem fremden System zu erraten.

      Vielleicht gehst Du einfach so vor, dass Du

      – Eine Sicherung deiner virtuellen Maschine vornimmst
      – Dein Problem mit dem on Board Windows Partition Manager nicht weiter verfolgst
      – und einfach die Festplattenvergrößerung in Win7 mit einem anderen Programm vornimmst.

      Als Programm wäre hier z.B. EaseUS Partition Master empfehlenswert.
      http://www.chip.de/downloads/Easeus-Partition-Master_32927259.html

      Anmerk.:
      EaseUse verkauft zwar auch seine Programme, hat aber von jeder Version eine kostenlose Variante für die Heimbenutzer.
      z.B.
      EaseUS® Partition Master Home – Freeware (ca. 6 Mio mal eingesetzt, also nicht gerade eine kleine Anwendergemeinde)
      – EaseUS Todo Backup Free – Freeware (ca. 2 Mio mal eingesetzt)

      Die kostenlosen Programme arbeiten ohne Probleme, bieten allen Komfort und Funktionen, die ich als User brauche und sind nicht abgespeckt, wie das bei anderen kostenlosen Programmen oft der Fall ist. Die kostenpflichtigen Zusatzfeatures brauchen wirklich nur die, die Server oder Workstations betreiben.

      Gruß
      Manfred

  7. Christopher sagt:

    Habe den Fehler gefunden, der bei mir verursachte, dass das Vergrößern nicht funktionierte: Es liegt an den Sicherungspunkten. Habe ich durch Zufall in einem kleinen Artikel gelesen. Ich musste die ursprüngliche Installation ohne Sicherungspunkte nehmen, dann hat es geklappt.

    Leider musste ich alle Update, die seit dem gekommen sind, installieren…. waren ca. 180 Stück (ca. 500 MB). Ich frage mich nur, warum Windows dabei soooo lange braucht! Ich hatte das Update um 17:30 Uhr angestellt, bin dann um 22 Uhr ins Bett, da waren noch ca. die Hälfte zu installieren. Und es liegt nicht an meiner Bandbreite beim Download. Auch der VB habe ich zwei Kerne und ordnetlich Speicher spendiert. Aber das ist ein anderes Thema. Bin nur froh, Windows nicht wirklich nutzen zu müssen. 🙂

    • Manfred Roos Manfred sagt:

      Hallo Christopher,

      mein Kompliment, das war eine harte Nuss.

      Gruß
      Manfred

    • Seb sagt:

      Man kann auch die *.vdi aus dem Snapshot Ordner vergrößern, die dem aktuellen Snapshot zugeordnet ist. Dann muss man nicht alles neu einrichten 🙂 Habe ich eben erfolgreich durchgeführt, nachdem ich an dem gleichen Problem zu knabbern hatte.

      • Simon sagt:

        Hi Seb,

        würdest Du erklären, wie Du das gemacht hast? Meinst Du mit Snapshot-Ordner den System Volume Information-Ordner des Gastsystems? Kann man da einzelne Dateien aus einem Snapshot verändern?

        Grüße,

        Simon

  8. Martin Ihde sagt:

    Hallo Manfred,

    danke für die Anleitung. Hat bei mir funktioniert, allerdings nicht auf Anhieb. Ich hatte die Befehlszeile von dir kopiert und über die rechte Maustaste im CMD-Fenster eingefügt und meinen Dateinamen entsprechend geändert. Es gab aber einen Syntax Error, weil in dem Befehl oben bei dir vor dem resize ein einfacher Bindestrich/Minus steht (eventuell auch ein Gedankenstrich).

    Tatsächlich muss vor dem resize ja ein Doppel-Minus stehen, also –resize. Ich nehme an, dein Blog-Editor hat die doppelten Minus in einen Gedankenstrich umgewandelt. Hallo Word-Autokorrektur 🙂
    Aber danach gings dann.

    Du schriebst außerdem, dass man die Umgebungsvariable setzen muss, falls der Pfad ein Leerzeichen enthält. Könnte man das nicht mit Anführungszeichen umgehen? Also entweder
    "C:\Program Files\Oracle\VirtualBox\VBoxManage" modify usw. 
    nutzen? Habe ich nicht getestet, weil ich mit einem cd direkt in den VirtualBox Ordner gewechselt habe, also
    cd \C:\Program Files\Oracle\VirtualBox\
    und dann VBoxManage direkt von dort gestartet habe.

    Also Danke noch mal für den Tipp, hat gut funktioniert.

    Viele Grüße

    Martin

    • Martin Ihde sagt:

      In der Tat, auch in meinem Kommentar wurde das Doppel-Minus vor resize in einen (längeren) Gedankenstrich umgewandelt.

      So sollte es also aussehen: – -resize  (jetzt mit Leerzeichen dazwischen, das muss natürlich weg)

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