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TYPO3 – Fortschritt und doch Stagnation

| 15. September 2009 | 2 Kommentare

Eine der stärksten Content Management Systeme auf Basis von PHP ist sicherlich das Programm Typo3.  Nachdem ich zwei Internetseiten auf Basis dieses Programms erstellt und dann fast zwei Jahre lang betreut habe, kann ich zwar bestätigen, dass das Programm sehr vieles kann, aber ich bin nicht gerade zu einem Fan des Programms geworden.  Als ich letzte Woche einmal den Entwicklungsfortschrift bei Typo3 geprüft habe, mußte ich enttäuscht feststellen, dass die Bedienfreundlichkeit sich nicht verbessert hat und immer noch Handarbeit mit Typoscript angesagt ist.  

Jedem Programm seine eigene Skriptsprache!
Manche mögen Typoscript für eine der Stärken von Typo3 halten, für mich ist es aber eine der größten Schwächen von Typo3.  Wo kämen wir da hin, wenn wir erlauben würden, dass zur Bedienung eines jeden Programms eine eigene Skriptsprache erfunden wird. In Programmiersprachen wie Java steckt viel Gehirnschmalz und jahrelange Ausarbeitung der Routinen und eine große Entwicklergemeinschaft. Auch die Skriptsprache PHP ist ausgewachsen, inzwischen zunehmend objektorientiert und hat seine Einsatzfähigkeit im Internetumfeld mehr als bewiesen.

Ein Content Management Programm wie Typo3 sollte einfach funktionieren, ohne dass man gleich eine Agentur oder einen Programmierer beauftragen muss, nur weil man kleine abweichende Navigationsmenü-Vorstellung hat.  Natürlich verdient man als Programmierer damit seine Brötchen, aber es ist keine interessante Aufgabe, an Unzulänglichkeiten sein Geld zu verdienen.

Typoscript 2.0 – Neuer Aufguss des alten Übels
Mit Interesse habe ich verfolgt, dass die Entwicklung in Richtung von Typoscript 2.0 geht. Es scheint sich hierbei um eine Überarbeitung und Korrektur von Inkonsistenzen zu handeln. Ich würde nicht von einem grundsätzlichen Fortschritt sprechen.  Ein wirklicher Quantenschritt wäre einzig und allein die Abschaffung von Typoscript selbst.   Mag Typoscript wie eine API noch im Hintergrund eingesetzt werden, aber im Backend müßten visuelle Builder die eigentliche Arbeit übernehmen, so dass jeder Wunsch, den man als CMS-Benutzer hat, durch einfache Eingabedaten getrieben, vom Programm selbst realisiert wird.

Ein Programm darf komplexe Funktionen haben, aber es sollte für den Anwender simpel sein, diese Funktionalität zu nutzen.

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Kategorie: Internet

Kommentare (2)

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  1. Manfred Roos debay sagt:

    Hallo,
    mit einem Kopfnicken habe ich den Beitrag gelesen – es stimmt und ich habe dem nichts hinzuzufügen.

    Allerdings meinem Vorredner: Typo3 ist in meinen Augen wenn überhaupt ein „kleines“ Enterprise CMS, wenn man das so sagen kann. Ein richtiges Enterprise System ist zB openCMS, und wie der Name schon sagt, ebenfalls „frei“. Dieses kommt ohne Typoscript aus, ist dadurch nicht unbedingt weniger komplex, aber definitiv mächtiger und was noch viel wichtiger ist, kommt mit einem vernünftigen Backend für Redakteure daher. Das ist bei Typo3 nämlich tatsächlich einfach schlecht.

    Alles ist Geschmacksache, aber ich würde empfehlen ein wenig über den Tellerrand zu schauen, denn der Satz „…es hat seine Stärken, welche ich noch bei keinem anderem CMS gesehen habe“ ist blödsinn.

  2. Manfred Roos Vedran sagt:

    Hallo

    Leider kann ich deinen Aussagen überhaupt nicht zustimmen.

    TYPO3 ist ein Enterprise CMS. Und TypoScript ist genau eine der grössten Stärken dieses Systems. Wenn man sich auf TYPO3 spezialisiert, hat man nach einiger Zeit genug Erfahrung um schnell und flexibel neue Projekte damit zu entwerfen.

    Wenn du ein CMS möchtest das „einfach funktioniert“ ohne sofort zu einer Agentur rennen zu müssen, dann versuch es mit WordPress oder einem anderen kleineren bzw. einfacheren CMS. Die Stärken liegen genau darin, dass man mit TYPO3 bzw. TypoScript Navigationen so erstellen kann, dass der Kunde dann selbst eigene Navigationspunkte per TYPO3 erstellen kann. Das sogar mit grafischen Navigationen.

    Ebenfalls kann man die Benutzeroberfläche für den Kunden so einrichten, dass dieser wirklich nur das wichtigste sieht. Eine gewisse „komplexität“ beim Interface ist jedoch bei jedem CMS gegeben.

    Ich glaube, Sie sehen das ganze aus einem falschen Winkel. Ich habe nun 4 Jahre mit dem System gearbeitet bzw. entwickelt und ich bin zwar kein Fan davon aber es muss sagen, es hat seine Stärken, welche ich noch bei keinem anderem CMS gesehen habe.

    Freundliche Grüsse

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