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Finger weg von SATA-Controller Karten

| 21. März 2015 | Keine Kommentare

Die Aktivierung eines Sata Controlles birgt viele GefahrenNatürlich sind SATA-Controller Karten zum Aufbau eines RAID-Systems bzw. Karten, die in einem PCIe-Bus eingesteckt, zusätzliche SATA II bzw. SATA III Ports bereitstellen, eine feine Sache.

Wer allerdings kein Computer-Freak ist, sondern nur ein erfahrener Computerbenutzer, dem möchte ich raten: „Finger weg von SATA-Controller Karten„.

Man kann sich damit ganz böse sein System (softwareseitig) zerstören.

Im folgenden Blogartikel möchte ich auf die möglichen Probleme hinweisen, die mit einem Einbau einer solchen Controllerkarten – in einen bisher laufenden Computer – einhergehen.

Theorie und Praxis

In der Theorie ist alles ganz einfach:

Da heißt es dann: „Mein Rechner hat auf dem Mainboard nur SATA-II Anschlüsse, also kann ich bei mir die neue schnelle SATA-III Festplatte, die ich gekauft habe, nicht anschließen. Aber, da ich mich ja mit Computern auskenne, stecke ich einfach eine PCI-Express Erweiterungskarte ein und sofort habe ich zwei SATA-III Anschlüsse, die per Plug-and-Play sofort von meinem Windows-Betriebssystem erkannt werden.“

Ja, das ist die Theorie und ja, so kann es ablaufen.

Aber nach dem Gesetz von Murphy „Was schief gehen kann, geht schief“, ist es viel wahrscheinlicher, dass es eben nicht so glatt läuft.

Sicherung

Nehmen wir einmal an, es wurde die erste Grundregel bei einer Systemänderung befolgt (Erstellung einer Datensicherung), was nicht so selbstverständlich ist, denn  die Meisten unterschätzen das Risiko oder sehen erst gar keines.

Das Tückische beim Einbau einer SATA-Controllerkarte ist, dass einem beim Auftreten von Problemen eine Datensicherung alleine nicht hilft, um den Ausgangszustand (lauffähiger PC) wieder herzustellen.

Vor dem Einbau einer SATA-Controller Karte in ein bestehendes System sollte man:

  • eine Sicherung der Daten
  • eine Sicherung der Bios-Einstellungen des Mainboards
  • eine Sicherung des Betriebssystems

vornehmen und zwar soweit möglich auf externen Medien.

Wem das ein Zuviel an Sicherung ist, der sollte von dieser Systemänderung gleich Abstand nehmen.

 

Einflussfaktoren

Natürlich hängt es von vielen Faktoren ab, ob man Probleme bekommt oder nicht.  Eine erste, nicht abschließende Liste würde folgende Punkte enthalten:

  • Bios (Phoenix, Award, …) und Bios-Version des Mainboards
  • verwendete Chipssets auf dem Mainboard und der Controllerkarte
  • Betriebssystem und bisher installierte Treiber
  • wurde die Default-Bios Einstellung zur Bootreihenfolge geändert
  • wird eine Festplatte mit aktiver Partition und Betriebssystem zusätzlich angeschlossen

 

Fallstrick Eins

Nach dem Einstecken der PCIe zu SATA Controllerkarte, erkennt das Bios diese und sortiert eine an die neuen Anschlüsse schon eingesteckte Festplatten sofort in die Bootsequenz ein.  Nach meinen Erfahrungen erfolgt dies eher an erster Stelle, als dass das System die neue Festplatte hinten in der Sequenz anhängt.

Fallstrick Zwei

Nach dem Hochfahren des Betriebssystems (z.B. Windows 7) wird die Controllerkarte erkannt, die Treiber werden vom System automatisch geladen und aktiviert. Wenn die an die SATA-Controllerkarte neu angeschlossene Festplatte, dann schon Alt-Daten enthält, dann erscheint ein kleines Windows Fenster (Dateien/Ordner öffnen).

Wenn die Datenfestplatte aus einem „alten“, bisherigen PC stammt, dann ist die Festplatte in der Regel als primäre, aktive, bootfähige Partition eingerichtet und enthält ein Betriebssystem.

Folgende Szenarios habe ich hierbei dann schon erlebt:

a) Alles o.k. und wie gehabt, trotz zusätzlicher Festplatte

b) Sehr ärgerlich: Windows erkennt, dass es nochmal ein bootfähiges Betriebssystem auf einer anderen Festplatte gibt. Direkt ist im ersten Moment keine Veränderung zu sehen, aber beim nächsten Start erhält man einen Dualboot-Auswahlbildschirm und der Anwender wird gefragt, welches Betriebssystem er booten möchte.

Hierbei ist allerdings nicht gewährleistet, dass dieses Betriebssystem dann auch einwandfrei hochfährt!

Auch das Rückgängigmachen auf den Ausgangszustand ist nicht mehr möglich. Wenn die Zusatzplatte wieder vom SATA-Controller genommen wird, dann passt sich Windows nicht wieder an. Der DUAL-Boot Auswahlbildschirm wird nach wie vor angezeigt, wobei nun (nach abgehängter Festplatte) ein Eintrag definitiv ins Leere läuft.

c) Worst-Case: Zunächst einmal fährt Windows noch einmalig ganz normal hoch. Dann erkennt Windows wohl die Festplatte mit dem neuen Betriebssystem und konfiguriert sich im Hintergrund automatisch, teilweise um.

Nach einem Neustart fährt dann Windows nicht mehr richtig hoch, weil teilweise Pfade von ursprünglich C:\ nun auf einen anderen Laufwerksbuchstaben wie z.B. E:\ stehen.   Dann hilft es nichts mehr die SATA-Controllerkarte herauszunehmen. Die Änderungen am MBR (Master Boot Record) auf der Festplatte oder in den Windows-Systemdateien sind nicht mehr rückgängig zu machen. Dann kann man nur das System vollkommen neu aufsetzen.

Fallstrick drei

Was auch passieren kann, sind nicht nachvollziehbare Auswirkungen, die einem einfach nur Rätsel aufgeben und gegen die kein Kraut gewachsen ist.

Vielleicht war es ein Zufall, aber trotz der Beachtung aller obigen Hinweise, kam es bei mir auch schon einmal dazu, dass nach dem (automatischen) Einspielen der Controllertreiber durch Windows nach dem nächsten Systemstart plötzlich die OnBoard-LAN Verbindung nicht mehr aufgebaut wurde.  Das habe ich nur durch Zufall sofort entdeckt. Ich weiss nicht, was sich hier verstellt hat (Interrupt, …?). Fakt ist, die kleinen Datentransferlichter an der LAN-Buchse (RJ45) leuchteten nicht mehr.  Da half auch das erneute Einspielen der Mainboard-Treiber nichts.   Einziger Workaround war dann nur eine externe 100/1GB Netzwerkkarte einzusetzen, denn ohne Netzwerk und Internet geht es heutzutage nicht mehr.

 

Fazit:

Man sollte sich der Risiken beim Einsetzen einer SATA-Controller Karte bewusst sein und abwägen, ob man bereit ist, sein System zu ruinieren bzw. einschätzen, ob man in der Lage ist sein System wieder zu reparieren.

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Kategorie: Allgemein

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