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Ärgernis: Gekaufte Bewertungen von Büchern, Produkten, Reisen, …

| 25. April 2015 | Keine Kommentare

Ich finde es ein absolutes Ärgernis, wenn ich auf Internetseiten immer wieder „gekaufte“ oder „erkaufte“ Kundenmeinungen zu Produkten oder Buchbesprechungen vorfinde.

Buchverlage:

BuchgeldIch habe des letzteren von verschiedenen Verlagen das Angebot erhalten, meine Kundenmeinung (Rezension/Bewertung) zu einem neu erschienenen Buch abzugeben.  Was als Entgelt geboten wurde, war von Verlag zu Verlag verschieden:

  • ein Buch aus dem Gesamtbestand des Verlags oder
  • einen 50% Rabatt für ein anderes Buch
  • oder noch sparsamer die Teilnahme an einer Verlosung.

Bei dieser Bitte nach Buchbesprechung (z.B. bei einer Firma mit einem kleinen a im Namen –> ‚am….‘) wird betont, dass man absolut objektiv sein kann und in keinster Weise erwartet wird, dass man eine einseitig positive Bewertung abgibt. Ich kann die Verlage verstehen, dass Sie gerade bei Buchneuerscheinungen den Verkauf durch „positive“ Kundenbewertungen ankurbeln wollen und sehe das als Marketingmaßnahme. Ich mache den Verlagen also noch nicht einmal einen Vorwurf.

Aber was mich richtig ärgert, sind die Personen, die eine Buchbesprechung schreiben, bei der man als Leser des Buchs merkt,

  • dass diese Bewertungsschreiber nur den Text der Buchrückseite in leicht abgewandelter Form abgeschrieben haben
  • dass Sie Dinge schreiben wie
    im Kapitel xx wird „ausführlich“ auf das Thema yyy eingegangen
    wobei in Wahrheit nur ein Halbsatz zu diesem Thema dort steht.
  • dass Sie den Text ihrer Rezension aus verschiedenen anderen Buchbesprechungen zusammengeklaut haben (Plagiat von Textpassagen, teilweise sogar mit kopierten Rechtschreibfehlern)
  • dass ein Buch, welches nun wirklich grottenschlecht und ohne jeden Informationsgehalt ist, fast oder ganz die volle Punktzahl/Sternanzahl durch die Pseudokommentatoren erhält.

Ärgerlich ist für mich diese Manipulation der Produkt-/Buchbewertungen gerade deshalb, weil die Meinung anderer Kunden zu einem Produkt, für das ich mich interessiere, oft wesentlich zu meiner Meinungsbildung und Kaufentscheidung beiträgt.

Leider kann man bei vielen Online-Händlern (wie auch bei der Firma mit „am..“ am Namensanfang) Produktbewertungen abgeben, ohne selbst das Produkt gekauft zu haben. Dieses sollte man als erstes einmal verbieten und hier wäre ich ausnahmsweise sogar einmal für eine gesetzliche Regelung.

Reiseanbieter:

Bei manchen Reiseanbietern ist es teilweise möglich, Reisen und Hotels zu bewerten, ohne selbst das Hotel jemals betreten zu haben!!

Firmenbewertungsportale:

Es gibt Bewertungsportale für Firmen, da haben manche Firmen 4 von 5 Sternen. Nicht schlecht könnte man denken, doch wenn man genauer hinschaut, dann erhielt diese Firma z.B. am 1 Juni  eine 1-Stern Bewertung von einem ausgeschiedenen Mitarbeiter und wie der Zufall es will, haben innerhalb der folgenden zwei Wochen vier noch angestellte Mitarbeitern (natürlich freiwillig und spontan) 5-Sterne Beurteilungen zu ihrer Firma abgegeben . Der Durchschnitt macht es eben. Wer schlechtes dabei denkt …

Welche Aussagekraft hat so eine Firmenbewertung dann noch, wenn ich mich bei einer Stellenausschreibung über die Firma informieren möchte?

 

Mein Tipp bei Büchern:

Auf das Erscheinungsdatum des Buchs schauen und die abgegebenen Bewertungen der ersten drei Monate ignorieren und in die Tonne treten.

Bild: Geld im Buch © M. Roos und alswart – Fotolia.com

 

 

Kategorie: Allgemein, Rezensionen

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